Die Realität der Anziehung

Heute habe ich mit einem jungen Fotografen über die Gesetze der Anziehung gesprochen. Darüber, dass sich Frauen eher zu den sogenannten “Arschlöchern” hingezogen fühlen, zu den Typen, die mit Ihnen spielen. Das ist ganz normal meinte ich. Du nimmst ja auch deine Beine in die Hand, wenn Du merkst eine Frau fährt auf dich ab und will Dich unbedingt davon überzeugen, dass Sie die Richtige für dich sei. Er musste mir natürlich zustimmen.

Wir alle kennen diese ungeschriebenen Gesetze und wir alle sind schon mal auf der einen oder anderen Seite gewesen. Ich kann es auch nicht verstehen, warum Frauen eher auf die Typen stehen, die cleverer Weise sagen: “Ich möchte mich so gern mal wieder verlieben.” Aber es ist offensichtlich, die Frau will diejenige sein, in die sich das Objekt Ihrer Begierde verliebt. Also heisst das für die netten Kerle, sie müssen sich mal ein Wolfspelz überwerfen. Denn ich kann auch die Frauen verstehen. Sie wollen gut aussehende Männer, die am besten auch noch gut verdienen. Aber ich muss noch einmal ehrlich sein. Diese Typen sind auch die ehesten, die sich nicht nur mit einer Frau zufrieden geben werden.

Also sollten auch Frauen ein klein wenig über Ihren eigenen Anspruch nachdenken und darüber, was sie wollen.

Soll es der tolle Typ sein, der jede Frau haben könnte?

Dann ist leider die Wahrscheinlichkeit, dass er sich auf eine längerfristige Beziehung einlässt herzlich gering. Vor allem, wenn er bekommen hat, was er möchte. Es hängt natürlich davon ab, was die Frau möchte. Will auch sie nur ein kurzes loderndes Abenteuer? Dann Viel Spaß den beiden. Soll es etwas längerfristiges werden, würde ich als Mann eher auf die Typen achten, die sich etwas komisch verhalten, z.B. weil sie nervös sind oder bis über beide Ohren schon längst verliebt. Dieser Typ Mann, vor allem diejenigen, die einfach nur nett sind und keine perfekte Show beim Date abziehen, haben vermutlich mehr Tiefgang als Männer, für die Dating ein (Kinder-)Spiel ist.

Doch leider funktioniert Anziehung oft anders als Logik. Frauen verlieben sich lieber in die kleinen Bösewichte, in die Abenteurer oder diejenigen Männer, mit denen sie stundenlang reden können, ohne dass sie merken, wie die Zeit vergeht und man sich näher kommt.

Ja, Liebe ist irrational. Und ich kenne auch einige irrationale Frauen, die sich zwar in Beziehungen befinden aber ihren Kerl bei fast jeder Gelegenheit bloßstellen und vergleichen. Denn andere Männer verdienen mehr, können sich besser ausdrücken oder sind besser mit Kindern auf dem Arm. Dann frage ich mich, warum ist man (oder in diesem Fall Frau) überhaupt mit dem Typen zusammen. Oft, weil er eben eine der zwei Basis Qualitäten besitzt: 1. Er sieht gut aus und wird hübsche Kinder zeugen oder 2. Er verdient gut, und kann potenziell eine Familie ernähren. Aber mal ganz ehrlich, wer möchte einen Partner haben, der einem die eigenen Mängel ständig vorhält? Da hilft auch die beste Erziehung oder das schönste Heim nichts. Diese Beziehungen stehen auf wackeligen Füßen und wahre Anziehung basiert auf anderen Werten, z.B. Vertrauen, Respekt und Akzeptanz. Doch diese müssen sich erst im Laufe einer Beziehung “verdient” und aufgebaut werden. Damit man jemanden findet, mit dem man eine Beziehung eingehen möchte, sind oft nicht wenige Dates nötig. Bei denen es dann auch noch darauf ankommt, was der andere im Augenblick sucht und sieht. Denn oft könnte man seiner Traumprinzessin oder seinem Traumprinzen gegenüber sitzen und es gar nicht merken.

 Was wollen Frauen wirklich?

Das hängt wie immer davon ab, was die Frau sucht. Doch viele Frauen bestätigen die Regel, dass sie sich nicht in die Typen verlieben, die einfach zu haben sind. Das gleiche gilt ja auch für Männer. Gerade am Anfang einer aufkeimenden Liebe, will man sich nicht sicher sein können. Auch Frauen verknallen sich eher in Typen, die das sogenannte Bad Boy Image pflegen. Einladungen zu einem Date, die mit “Hey, ich finde Dich irgendwie spannend, darf ich dich mal auf einen Cafe einladen?” enden meist genau bei dieser Frage. Männer die ihren potentiellen Opfern Einladungen unterbreiten wie z.B. “Hey, sei am Tag X um Z Uhr an diesem Ort und trage kein Höschen.” haben mehr Chancen auf Erfolg Ernst genommen zu werden. Oder, der Frau zu unterstellen, dass sie es sei, die ja nur auf das Eine aus sei – aber man ja heute nicht mit Ihr die Leidenschaft ausleben könne, weil … erzeugen erstmal etwas Verwirrung, doch haben mehr Chance auf ein zweites Wiedersehen oder sogar darauf, dass aus dem ersten verknallt sein auch ein verliebt sein oder sogar eine beiderseitige Liebe wird.

Warum Liebe weh tut?

Findet man Liebe an der Haustür?

Klar, Liebe ist ein Grundbedürfnis (vgl. Warum Liebe weh tut – Eva Illouz). Doch müssen wir diese Erwartung der Liebe, nur von einem einzigen Partner abhängig machen? Es gibt doch auch Freunde, Familie und Arbeitskollegen, die man selbst lieben kann und die einen auch lieben. Liebe muss ja nicht immer nur auf die sexuelle Ebene bezogen werden, sondern kann sich auch in tiefen Gesprächen, leichten Berührungen und Mitgefühl für den anderen zeigen.

In Ihrem Buch beschreibt Eva Illouz eine Gesellschaft in der sexuelle Anziehung den höchsten Stellenwert einnimmt und daher vor allem ältere Frauen von jüngeren, exotischeren und attraktiveren Damen beerbt werden. Diese haben noch nicht ihre mädchenhafte Weiblichkeit gegen die Bandagen des Karrierealltages eingetauscht und bezirzen die Herren der Schöpfung mit ihrer unverfänglichen Art.

Dabei sind ja auch Frauen an der jungenhaften Schönheit exotischer Männer interessiert. Nicht umsonst gibt es in Thailand nicht nur den Sex-Tourismus für Männer, sondern auch den für Frauen. Gut betuchte deutsche, australische und japanische Frauen lassen sich gern von den Go-go boys verwöhnen, die ihnen noch einmal das geben können, was sie in ihrem Lebensalltag schon lange vermissen.

Im „Urlaub“ lassen sie auch ein anderes Gesicht von sich selbst durchblicken. Weil eben dann Frauen wie Männer, nicht mehr versuchen alles und jeden in einen Baukasten einzuordnen, Maßstäbe anzulegen und insgeheim Zukunftstauglichkeit abzuchecken. Das bedeutet eben auch für Ihre Liebhaber ein relativ einfaches Leben, keine unausgesprochenen Erwartungen, keine sozialen Ansprüche anderer (die ja auch im eigenen Land eine große Rolle spielen und vor allem die Fokussierung auf den Moment.

Ich frage mich, was passieren würde, wenn wir es schaffen diesen Lebensstil auch in unserem normalen Umfeld zu etablieren…

Würde Liebe dann frei und glücklich sein, weil wir eben nach dem Glück im Augenblick suchen und nicht nach dem perfekten einen für das ganze Leben?

Beziehungsangst überwinden.

Hallo, habt ihr was im Dateknigge, wie eine Frau dem Mann suggerieren kann, dass er seine Freiheit behält in der Beziehung? Wie macht Frau das?
Ich habe ja augenblicklich ein etwas angeknackstes Herz. Es ist also eine rein theoretische Frage, denn konkret hat sich die Sache erledigt. Er hat mich abblitzen lassen, ohne Erklärung. Also alles Spekulation.

Hallo, habt ihr was im Dateknigge, wie eine Frau dem Mann suggerieren kann, dass er seine Freiheit behält in der Beziehung? Wie macht Frau das?
Ich habe ja augenblicklich ein etwas angeknackstes Herz. Es ist also eine rein theoretische Frage, denn konkret hat sich die Sache erledigt. Er hat mich abblitzen lassen, ohne Erklärung. Also alles Spekulation.
Aber für die Zukunft will ich wissen, wie das funktioniert 🙂 Ich bin selbstsicher/stark und eigenständig, und recht moralisch, mit festen Vorstellungen/ Regeln, und hatte bisher die Tendenz den anderen Festzuzurren und zu kleben. Also unsexy. Auch wenn ich selbst eigentlich Angst habe, meine Freiheit aufgeben zu müssen, was paradox ist. Wie soll ich dem Mann das Gefühl geben, dass er frei ist, seine Freiheit durch meine Liebe nicht eingeschränkt wird… Wie?

Eine sehr gute Frage. Die Antwort könnte ein halber Roman werden, weil wir ja nicht wissen können, wie sehr du geklammert, kontrolliert und dein Leben auf das seine eingestellt hast.
Den eigenen Freiraum und Freunde aufzugeben, sich unterzuordnen und zuviel Sehnsucht zu zeigen, weil das eigene Leben ohne den anderen zu leer ist, kann dem anderen (zu schnell) schnell signalisieren: “Du bist für mein Glück zuständig, ohne Dich bin ich nicht glücklich.”

Nicht alle Männer sind gleich, aber Schwimmlehrer, Discotheker, Surfer, Fahrlehrer oder Surfer brauchen mehr Freiraum, lieben so zusagen die Freiheit, sind Eroberer und wollen ihre Partnerin möglichst jeden Tag neu erobern können. Da kann Frau sich ganz ausleben in ihren Spielchen, sich interessant zu machen, aber meistens sind es ja gerade die ganz anhänglichen Frauen, die sich in diese Männer verlieben. Warum? Weil sie gern so wären und vom Schicksal gezwungen werden, durch die Erfahrungen mit diesen Männern, sich mehr auf sich und ihre Freiheiten zu verlassen. Und warum verlieben sich Surfer und co in anhängliche Frauen? Sie geben ihnen für kurze Zeit das Gefühl von Sicherheit und Bodenständigkeit, nach dem sie sich manchmal so sehnen.

So einfach es klingt, aber Du darfst dein Glück eben nicht von ihm abhängig machen. Pflege Dein eigenes erfülltes Leben mit Freunden, Hobbys, Interessen und Zielen. Dann ist ein Freund auch eine zusätzliche Bereicherung. Eine Partnerschaft dann viel schöner, wenn man den anderen glücklich machen möchte.

Natürlich ist es wichtig in einer Partnerschaft, die gleichen moralischen Werte zu vertreten und diese gemeinsam zu erarbeiten, damit Vertrauen und Zusammengehörigkeit entsteht. Dann ist es auch viel einfacher, Freiraum zu akzeptieren.

Nicht wenige (alle!) Menschen haben Angst davor verletzt zu werden. In unserem Alter hat jeder seine Erfahrungen bereits gemacht und wurde dabei wahrscheinlich auch mal enttäuscht.

Doch wenn man aus Angst, den anderen zu verlieren, zu sehr klammert, fehlt die Basis für eine glückliche Beziehung und das Verlassen werden ist vorprogrammiert. Das Gute daran ist, er sollte es sowieso nicht sein.
Und wenn das Alte vorbei ist, kann Neues kommen und es lohnt sich nicht, dem nachzutrauern.
Statt sein angeknacktes Herz zu pflegen, sollte man sich auf den Neuen freuen und sich finden lassen.

Es ist auch bei Männern paradox. Auf der einen Seite wollen sie eine Frau erobern, die Ihnen sinnlich und hingebungsvoll verfällt, am nächsten Morgen noch im Bett liegt, aber trotzdem nicht gleich ihr ganzes Leben für den Typen ändern will. Das macht Männern Angst. Auch Männer wollen etwas Sehnsucht und wenn sie eine Beziehung mit einer Frau wollen, dann darf es sich ruhig langsam entwickeln. Gib dem Mann das Geschenk, dich zu vermissen. Schenke ihm schöne Gedanken, keine Ketten und keine Überwachung. Männer können zwar wie große Jungs sein, aber von irgendwoher bekommen sie Ihre Intuition. Wenn das Verhalten einer Frau sagt: “ich zieh morgen bei dir ein” bekommen sie Angst. Wenn dein Verhalten ausdrückt: “Ich mag es mit dir Zeit zu verbringen, Dankeschön” fühlt sich der Mann sicher, bis er irgendwann von selbst merkt, dass er die Zeit mit Dir über alles geniesst und viel viel mehr davon möchte.

Es ist ein schmaler Weg von der Leidenschaft zur Liebe, von der kurzen Affäre zur sich entwickelnden Beziehung. Lass Dich ruhig auf kleine Schritte ein und erwarte nicht gleich zuviel vom gegenüber. Die Liebe ist eine zarte Blume, die nicht gepflückt, sondern mit Sonnenstrahlen verwöhnt, mit Regen genährt und mit guter Erde verwurzelt werden will. Zarte Blumen wachsen nicht über Nacht, und nur mit viel Feingefühl der Gärtner. So verlockend es auch sein mag, die schönsten Blumen zu pflücken und in eine Vase zu stellen…dort werden sie eingehen.

Das verborgene Schicksal der Zufälle (1)

Manchmal gibt es Zufälle im Leben, die vielleicht gar keine sind. Zumindest wenn man sie als Ganzes betrachtet ergeben sich aus einigen Zufällen eine Kette von Ereignissen, die in Ihrer Gesamtheit sogar noch mehr Bedeutung gewinnen.

Alles begann an einem Sonntag. Ich suchte noch immer nach einem Reiseziel, es war an der Zeit dem Alltag den Rücken zu kehren und Entspannung und neue Gedanken zu suchen. Es gab nur ein Problem: ich konnte mich nicht entscheiden, wohin die Reise gehen sollte. Da ich allein reisen wollte, hatte ich die Qual der Wahl.

Manchmal gibt es Zufälle im Leben, die vielleicht gar keine sind. Zumindest wenn man sie als Ganzes betrachtet ergeben sich aus einigen Zufällen eine Kette von Ereignissen, die in Ihrer Gesamtheit sogar noch mehr Bedeutung gewinnen.

Alles begann an einem Sonntag. Ich suchte noch immer nach einem Reiseziel, es war an der Zeit dem Alltag den Rücken zu kehren und Entspannung und neue Gedanken zu suchen. Es gab nur ein Problem: ich konnte mich nicht entscheiden, wohin die Reise gehen sollte. Da ich allein reisen wollte, hatte ich die Qual der Wahl.

Ich bat eine gute Freundin um Ihre Meinung: “wohin würdest Du fahren?”. “Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich einen guten Freund in Asien besuchen fahren.” Das übernahm ich dann netterweise für sie und saß wenige Wochen später mit ihrem Studienfreund beim Abendessen. Ich bat ihn mir einige informelle Regeln seiner Kultur zu erklären, woraufhin er begann mir die üblichen Tischmanieren beizubringen. Alkohol schenkt man sich niemals selbst, sondern nur anderen ein. Das Essen wird geteilt, jeder nimmt sich von den verschiedenen Schälchen einen kleinen Teil auf seinen Teller und isst, was ihm am besten schmeckt.

Schon bald verliebte ich mich in die fernöstliche Kultur, in die feinen Gewohnheiten der Menschen, in die Details ihres Lebensstils. Schlief auf dem Fussboden in Lehmhütten, in Unternehmenskasernen oder Schlafsaunen. Bestieg den höchsten Berg des Landes, fuhr Autoscooter im peitschenden Regen und meditierte in Tempeln, um zu lernen.

Eines Tages traf ich einen wahren Meister.

Einen Meister der Kampfkünste. Er sah mir eines Abends auf der Strasse zu, als ich gerade auf dem Fussboden lag und versuchte Fotos von der nächtlichen Skyline zu machen. Irgendwann sagte er hallo und fragte, was ich da machte – . Ich zeigte ihm ein Bild und er war begeistert. Nach ein paar mehr Worten drückte er sein Vertrauen aus: “Du siehst aus wie ein guter Mensch und ich glaube ich muss keine Angst vor Dir haben, du kannst gern mit mir trainieren.” Ich musste lächeln: “Aber Du bist doch der Meister der Kampfkünste, warum solltest Du vor MIR Angst haben.”

Ein paar Tage später trafen wir uns an jenem Platz erneut. Als Ort des Trainings wählten wir den nahegelegenen Königspalast. In einem ruhigeren Seitengang begann der Meister mit seinen Martial-Arts Übungen. Seine Konzentration in jedem einzelnen Atemzug war überwältigend.  Sein Körper war das Werkzeug. Die Choreographie sein Werk. Er war wahrlich ein Künstler.

Diese besondere Art des Kampfkunstes hatte sein Großvater etabliert. Nun war er selbst der Meister und hatte viele Schüler. Einen seiner Schüler besuchten wir gemeinsam. ein älterer, sehr freundlicher Herr, der mit 65 Jahren meinte, er lerne die Kampfkunst, damit er die Frau seines Lebens, sollte sie ihm eines Tages mal begegnen, auch beschützen kann.

Der Meister war eine ausdauernde Natur und seine Tage endeten meist in Gesellschaft von vielen Freunden. Ich war ihm schon in Korea zu tiefstem Dank verpflichtet, für dass, was er mir gezeigt hatte. Doch auch noch Monate später, schaffte er es erneut auch über die chinesische Mauer hinweg mein Leben zu verändern. Eines Tages schlug er mir vor, ich solle auf ein Konzert gehen, denn ein Mitglied seiner Organisation würde in Berlin auftreten und mich einladen. Ich konnte ihm diesen Wunsch unmöglich verwehren, obwohl es am anderen Ende der Stadt lag, machte ich mich auf den Weg und dort sollte sich alles ändern. Dort traf ich sie zum ersten Mal.

Liberalismus der Liebe

Mittlerweile gibt es zu jedem erdenklichen Thema etliche Ratgeber, und How-To Guides für alle Lebens- und Liebeslagen. In diesen Büchern stehen dann die summierten subjektiven Erfahrungen der Autoren und alle preisen sie ihren Weg, als den richtigen an. Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung.

Du willst Internetmillionär werden? Super, da draussen gibt es tausende Webseiten, die Dir Spezialreporte verkaufen. Die wichtigste Lehre: “Willst Du im Internet Millionär werden, schreibe ein Buch darüber, wie man im Internet Millionär wird”.

Mittlerweile gibt es zu jedem erdenklichen Thema etliche Ratgeber, und How-To Guides für alle Lebens- und Liebeslagen. In diesen Büchern stehen dann die summierten subjektiven Erfahrungen der Autoren und alle preisen sie ihren Weg, als den richtigen an. Schritt für Schritt geht es auch für Nachmacher in die gewünschte Richtung.

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Auch zum Thema Liebe und Partnerschaft gibt es weit mehr Literatur, als ein Mensch allein in sein Bücherregal zu stellen vermag und dennoch haben sie alle einen Fehler: es sind entweder theoretische Betrachtungen aus dem Elfenbeinturm oder subjektive Erfahrungsratgeber. Es gibt keinen wahren Weg. Jeder Mensch hat seinen eigenen Stil, seinen eigenen Charakter und seinen besonderen Charme. Da hilft es wenig, wenn sich Mann einen Aufreisserguide mit tollen Sprüchen sucht, wenn er dieses Bild irgendwann nicht mehr aufrecht halten kann (zumindest nicht, wenn er eine längerfristige Bekanntschaft mit einem anderen Menschen eingeht.)

Die Liebe, sofern sie denn definiert werden kann, ist ein Zusammenspiel aus zwei Menschen. Wenn sich einer von denen verstellt oder sich eine Maske aufsetzt, mit der er meint, attraktiver zu sein, dann kann das nicht lange gut gehen. Meistens geht es auch von ganz allein, wenn man seinen halbwegs nützlichen Instinkten vertrauen zu lernt. Lernen kann man am besten aus den eigenen Fehlern, das ist zwar der bitterste Weg, doch es ist der Richtige. Mann und Frau müssen ihre eigenen Erfahrungen machen und lernen, was sie wollen und was nicht. Geschmäcker sind hier oft grundlegend verschieden und jeder Topf findet seinen Deckel.

Die Beziehungslektüre kann jedoch eines schaffen: mögliche Wege aus einer als ausweglos wahrgenommenen Situation aufzuzeigen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass deswegen die Autoren der Ratgeber bessere Menschen sind. Sie vertrauen einfach auf das, was sie ebenso mühevoll erlernt haben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und zu jeder Kunst gehört eine gewisse Übung.

Die Kunst der Liebe ist kein einfaches Handwerk. Ihre Meister brechen reihenweise Herzen auf der Suche nach der Perfektion und vergessen, dass es keine gibt. Den perfekten Partner kann man eben nicht backen aber man kann sich den Menschen suchen, mit dessen Macken man am besten klar kommt und weil zu jedem Menschen eben auch die “besonderen Seiten” dazu gehören, darf man sich auch so zeigen, wie man ist und ein klein wenig stolz darauf sein, auf sich.