Liberalismus der Liebe

Mittlerweile gibt es zu jedem erdenklichen Thema etliche Ratgeber, und How-To Guides für alle Lebens- und Liebeslagen. In diesen Büchern stehen dann die summierten subjektiven Erfahrungen der Autoren und alle preisen sie ihren Weg, als den richtigen an. Schritt für Schritt in die gewünschte Richtung.

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Mittlerweile gibt es zu jedem erdenklichen Thema etliche Ratgeber, und How-To Guides für alle Lebens- und Liebeslagen. In diesen Büchern stehen dann die summierten subjektiven Erfahrungen der Autoren und alle preisen sie ihren Weg, als den richtigen an. Schritt für Schritt geht es auch für Nachmacher in die gewünschte Richtung.

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Auch zum Thema Liebe und Partnerschaft gibt es weit mehr Literatur, als ein Mensch allein in sein Bücherregal zu stellen vermag und dennoch haben sie alle einen Fehler: es sind entweder theoretische Betrachtungen aus dem Elfenbeinturm oder subjektive Erfahrungsratgeber. Es gibt keinen wahren Weg. Jeder Mensch hat seinen eigenen Stil, seinen eigenen Charakter und seinen besonderen Charme. Da hilft es wenig, wenn sich Mann einen Aufreisserguide mit tollen Sprüchen sucht, wenn er dieses Bild irgendwann nicht mehr aufrecht halten kann (zumindest nicht, wenn er eine längerfristige Bekanntschaft mit einem anderen Menschen eingeht.)

Die Liebe, sofern sie denn definiert werden kann, ist ein Zusammenspiel aus zwei Menschen. Wenn sich einer von denen verstellt oder sich eine Maske aufsetzt, mit der er meint, attraktiver zu sein, dann kann das nicht lange gut gehen. Meistens geht es auch von ganz allein, wenn man seinen halbwegs nützlichen Instinkten vertrauen zu lernt. Lernen kann man am besten aus den eigenen Fehlern, das ist zwar der bitterste Weg, doch es ist der Richtige. Mann und Frau müssen ihre eigenen Erfahrungen machen und lernen, was sie wollen und was nicht. Geschmäcker sind hier oft grundlegend verschieden und jeder Topf findet seinen Deckel.

Die Beziehungslektüre kann jedoch eines schaffen: mögliche Wege aus einer als ausweglos wahrgenommenen Situation aufzuzeigen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass deswegen die Autoren der Ratgeber bessere Menschen sind. Sie vertrauen einfach auf das, was sie ebenso mühevoll erlernt haben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und zu jeder Kunst gehört eine gewisse Übung.

Die Kunst der Liebe ist kein einfaches Handwerk. Ihre Meister brechen reihenweise Herzen auf der Suche nach der Perfektion und vergessen, dass es keine gibt. Den perfekten Partner kann man eben nicht backen aber man kann sich den Menschen suchen, mit dessen Macken man am besten klar kommt und weil zu jedem Menschen eben auch die “besonderen Seiten” dazu gehören, darf man sich auch so zeigen, wie man ist und ein klein wenig stolz darauf sein, auf sich.

Der Dateknigge und die Liebe

Mir wurde das thema förmlich in die Wiege gelegt. Dagegen konnte ich mich nicht wehren. Anfangs versuchte ich es einfach zu leugnen oder zu ignorieren, aber lange ging das nicht gut. Irgendwann war ich mittendrin in den tausend und eins Geschichten der Partnersuchenden meiner Mama und was man nicht alles dabei falsch machen kann.

Gestern stand ich zufällig im Buchladen und stöberte durch die Regale, als dann irgendwann eines der Bücher in meinen Händen blieb und sich dort ganz wohl zu fühlen schien. “Liebe” stand ganz groß auf dem Cover und als ich es zur süßen rothaarigen Kassiererin brachte, fragte sie mich: “Ist das Buch für Sie oder soll ich es als Geschenk verpacken?”. Ich fühlte mich ertappt. Sollte ich jetzt einfach Geschenk sagen, um die Aufmerksamkeit von mir zu lenken? Sollte ich vielleicht zu geben, dass ich in allem Ernst solche Bücher lese? Ich blabberte irgendetwas von “nein keine Tüte” und tat so, als hätte ich sie nicht richtig verstanden, während ich einen meine Ohrhörer aus dem Gehörgang nahm. Ich nahm einfach das Buch und den Kassenzettel und versuchte weiteren Fragen durch meine pure Abwesenheit aus dem Weg zu gehen. Schon halb weg gedreht schaffte sie noch einen zweiten verbalen Versuch: “Was kein Lesezeichen, nicht? Gar nichts mitnehmen?” Zum Glück war ich da schon fast weg und konnte nur noch “Schönen Nachmittag” in meinen 3-Tage Bart stummeln. Als ich dann aus dem Laden kam, fühlte ich wie mich instinktives Fluchtverhalten ergriff, ich aber leicht verwirrt erstmal in die falsche Richtung lief, um dann nochmal am Buchladen vorbei zu müssen. Aus meinem Augenwinkel heraus habe ich sie beobachtet und wollte dabei keinesfalls mehr wie ein scheues Reh wirken. Wie könnte ich? Ich lief rum wie ein Sherpa, mit meinem 3-Tage Bart, den Wanderschuhen, der Outdoorjacke und meiner Ökomütze. Ja und das Thema Liebe, muss mir doch nicht peinlich sein. Auch wenn die meisten meiner männlichen heterosexuellen Kumpels nicht so oft darüber reden (zumindest nicht über die Gefühlsebene, eher über die Marathonaspekte)

Mir wurde das Thema förmlich in die Wiege gelegt. Dagegen konnte ich mich nicht wehren. Anfangs versuchte ich es einfach zu leugnen oder zu ignorieren, aber lange ging das nicht gut. Irgendwann war ich mittendrin in den tausend und eins Geschichten der Partnersuchenden meiner Mama und was man nicht alles dabei falsch machen kann.

Was, wenn es nicht gefunkt hat?

Auf ihre Weise sind alle Menschen liebenswert. Aber man kann sich nicht in jeden verlieben. Einige Menschen werden von vielen geliebt, Schauspieler und Künstler z.B. doch sie lieben nicht alle zurück, obwohl sie es öfter auf der Bühne behaupten. Es funkt nicht bei jedem, muss es auch gar nicht. Man lernt trotzdem tolle Menschen kennen, die vielleicht auch einfach nur gute Freunde sein könnten, obwohl man eigentlich den Traumprinzen gesucht hat.

Auf ihre Weise sind alle Menschen liebenswert. Aber man kann sich nicht in jeden verlieben. Einige Menschen werden von vielen geliebt, Schauspieler und Künstler z.B. doch sie lieben nicht alle zurück, obwohl sie es öfter auf der Bühne behaupten. Es funkt nicht bei jedem, muss es auch gar nicht. Man lernt trotzdem tolle Menschen kennen, die vielleicht auch einfach nur gute Freunde sein könnten, obwohl man eigentlich den Traumprinzen gesucht hat.

In den Märchen von Walt Disney sieht das mit den Prinzen und Froschkönigen immer so einfach aus. Die glaubwürdige Literatur jedoch meint etwas anderes zum Thema: 30 bis 100 Frösche soll man treffen, um einen Prinzen zu finden. Manchmal muss man dann einen Korb geben oder akzeptieren. Liebe ist eben doch eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Je mehr Chancen man sich gibt, um den richtigen zu treffen, desto größer ist die Erfolgsaussicht. Spieler, die einmal in Las Vegas Ihr Geld verloren haben, gehen ja auch dorthin zurück, eben weil sie die Wahrscheinlichkeitsrechnung kennen. Das Verlieren gehört eben zum Spiel dazu und man muss auch mal verlieren können. Wenn man aber gar nicht mehr spielt, aus Angst zu verlieren, nun dann wird man auch nichts gewinnen.

Das Date-Poker

Ein erstes Date und auch die Liebe ist wie ein Pokerspiel. Jeder offenbart Schritt für Schritt seine Karten. Die Chance zu gewinnen steigen sogar, je mehr Mut man hat auch die Chance einer Niederlage zu verkraften. Mit dem eigenen Herzen als Spieleinsatz ist man aber verletzbarer, je mehr man von sich preisgibt. Oft hilft dabei sich vor Augen zu führen, dass es dem Gegenüber genauso geht. Manchen merkt man es nur nicht an. Anders als beim Poker können beim Spiel um die Liebe beide gewinnen, wenn sie es möchten. Bei einigen Spielen will man vielleicht früher aussteigen und legt seine Karten auf den Tisch.

Wie man jemandem absagt?

Ihr habt euch getroffen und es hat nicht gefunkt? Sie war nicht Dein Typ? Er hat andere Vorstellungen vom Leben? – Sagt es. Offen und ehrlich. Viele sagen dann, ich bin noch nicht bereit für eine neue Beziehung oder ich liebe ja meinen Ex noch. Das ist aber oft die schlechteste von allen Ausreden, denn warum hast Du dich dann überhaupt erst getroffen?

Dem anderen absagen

  1. Behandle den Anderen so freundlich und höflich, wie Du selbst behandelt werden möchtest.
  2. Sich nach einem Treffen gar nicht zu melden, ist unhöflich und verletzt den anderen, lass den anderen nicht im Ungewissen, bitte rufe an oder sende wenigstens eine SMS.
  3. Bedanke dich für das nette Treffen, sage etwas Nettes (jeder hat auch gute Seiten) und dann sage, dass Du ein weiteres Kennenlernen nicht wünschst, da es bei Dir leider nicht gefunkt hat. Wünsche alles Gute bei der Suche und vielleicht machst Du ihm/ ihr noch Mut, die Hoffnung auf den Traummann bzw. Traumfrau nicht aufzugeben.
  4. Nur wenn Er/ Sie wirklich darauf besteht, dass sie die Gründe für die Absage zu erfahren, dann sei ehrlich, was Dir aus Deiner Sicht nicht gefallen hat und gib damit Hinweise, was er/ sie bei einem weiteren Treffen besser machen könnte.
  5. Du selbst hast Zeit und Erwartungen in ein Treffen investiert und fühlst dich enttäuscht, dass es wieder nichts war und fragst dich, ob es überhaupt den bzw. die Richtige für dich gibt. Das ist  ganz normal – bitte gebe nicht auf, suche weiter, irgendwo wartet derjenige auf dich, der zu Dir gehört.
  6. Unbewusst vergleichst Du immer mit dem, was Du hattest. Je älter man ist, um so schwerer fällt es einem, sich auf Neues einzulassen. Mit jedem Treffen lernst Du auch etwas über das Schicksal anderer, wirst offener und es fällt Dir leichter, die Vergangenheit loszulassen.
  7. Je mehr man erlebt hat, um so schwerer fällt es, überhaupt Gefühle zu zulassen und man geht sehr rational an ein Kennenlernen heran, hofft bei jedem Treffen, die Schmetterlinge im Bauch zu spüren, aber leider ist das so selten wie ein Sechser im Lotto. Erst wenn Sie jemand näher kennenlernen, lernen sie Ihn/ Sie auch lieben, vielleicht hat ja Dein Date doch ein 2. Treffen verdient?

Mit einer Absage umgehen

  1. Eine Absage tut erst mal weh, erst recht, wenn Du Dir viel Mühe gegeben hast, dich schick zu machen oder die Rechnung bezahlt hast und Dir Dein Gegenüber sehr gut gefallen hat und Du Dir nichts mehr wünschst, als den anderen wieder zu sehen.
  2. Oft verhält man sich beim 1. Treffen auch nicht so locker und ist gehemmt. Wenn Dir jemand gegenüber steht, den Du auf den 1. Blick schon toll fandest, da hilft nur Übung, mit jedem Treffen lernst Du dazu.
  3. Wenn Du eine Absage erhältst, denke immer daran, man kann nicht jedem gefallen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Menschen immer individueller sind, ist die Partnerfindung wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Es ist eben noch nicht der Deckel, der für Dich bestimmt ist, aber es ist nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit ein Schritt weiter zum Passenden.
  4. Nimm eine Absage nicht persönlich, aus jedem Treffen kannst Du lernen, wie Du auf andere wirkst und wie Du dich weiter entwickeln kannst. Sieh es als eine Chance.
  5. Lass Dich durch eine Absage nicht entmutigen, es war eben nicht der Richtige für Dich. Besser jetzt ein Ende, als zu einem Zeitpunkt wo noch mehr Gefühle investiert wurden ohne, dass etwas zurückgekommen ist.
  6. Es tut Dir nicht gut, dich zu verbiegen, um jemanden zu gefallen. Dein Ziel sollte vielmehr sein jenen Menschen zu finden der dich für das liebt, was du bist und verkörperst. Also freue dich auf ein neues Treffen, diesmal vielleicht mit dem Menschen an dessen Seite Du, Du selbst sein kannst. Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit, bist du diesem Ziel schon wieder ein Stück näher.
  7. Jedes Treffen mit einem Menschen, der Dir gefällt, zeigt Dir auch, das es zum Glück Menschen gibt, die Dir gefallen und wenn es dieser nicht ist, dann vielleicht der Nächste, also nur Mut beim Weitersuchen.